AM003-Blind durch Berlin (Thomas)

03.11.2014 1 Stunde 35 Minuten
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Zur Person:

Thomas ist Mitte 40 und erfolgreicher Toningenieur und Musikproduzent, bis Ihn eine Röteln-Infektion seiner Mutter während der damaligen Schwangerschaft einholt und auch noch das letzte Sehvermögen raubt. Seitdem muss Thomas blind durch Berlin. Getrieben von seiner ungebrochenen Lebensenergie und dem Mut zur Veränderung, lässt sich Thomas auf sein neues Leben voll und ganz ein. Gegen die Empfehlung der Ärzte, bringt er sich den Umgang mit dem Blindenstock selber bei, weil er die 3 Monate zum nächstmöglichen Termin beim Mobilitätstrainer nicht zuhause absitzen will. Den alten Beruf hat er innerlich schon abgeschrieben. Zu visuell. “Egal, jetzt kommt was neues”, sagt er sich und will jetzt Motivationstrainer werden. Wir Zuhörer bekommen hier den ersten Schub gratis.

Stand aktuell (2014): nach diversen vielversprechenden aber erfolglosen OPs steht Thomas momentan noch immer auf einer Warteliste für eine Hornhaut-Organspende.

Zum Ort:

Thomas führt mich “blind durch Berlin”. Wir gehen Essen, Bahn fahren und Einkaufen. An einigen Orten halte ich gezielt Abstand und staune nicht schlecht, was Thomas widerfährt.

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Themen und Web-Links zur Folge:


Link zum Blog-Eintrag mit Kommentaren:
http://am-mikrofon.de/am003-blind-durch-berlin

 

3 Gedanken zu „AM003-Blind durch Berlin (Thomas)

  1. Besonders diese Episode habe ich mehrfach gehört. Vielleicht muss der Mensch erst ein einschneidendes Erlebnis oder eine solche Beeinträchtigung erfahren muss, um zu einer derart positiven und überaus bejahenden Einstellung zur eigenen Existenz zu finden.

    Felix benutzt seine Fragen, sein ausgeprägtes Vermögen des Zuhörens, Athmosspäre und ein Gespür für die Dramaturgien des Alltags um Spannungsbögen und Bilder in die Köpfe seiner Hörer zu malen.

    Danke Felix!

  2. Sarkasmus und Witz sind wahrscheinlich sehr wichtig, um mit der allgemeinen Situation klar zu kommen und nicht in eine Depression zu verfallen. Ich hoffe, Thomas denkt auch genau so, wenn er ganz allein ist und ihm gerade keiner zu hört.

    Es scheint mir, dass manche Menschen einen größere Bürde zu tragen haben, als andere und diejenigen, die diese Mehrlast tragen, sind charakterlich besonders stark ausgeprägt.

    Wir sollten es nicht anderen Menschen übel nehmen, dass sie so oft sehr nah an Thomas vorbeiwetzen. Ich glaube, hier ist eine Sensibilisierung der Gesellschaft nötig, damit wir eben daran denken, dass ein Blinder Mensch eben kein visuellen Input erhält.

    Mich selbst hat der Podcast in dem Falle sensibilisiert, als dass ich trotz meiner Hilfsbereitschaft nie einen Blinden gefragt habe, ob man ihm helfen könne; empfinde diese Selbstständigkeit von Thomas aber auch sehr genial.

    Kurz gesagt: Ein informativer Podcast, der mich beim einschalten nach Berlin Prelauer Berg bringt und im Verlaufe der Sendung fühle ich mich mittendrin, statt nur dabei, gehe mit Thomas und Felix durch die City und kann es mir sehr gut in meinem Kopfkino vorstellen.
    Dieser Podcast ist die digitale Form eines Buches. 😛

    Ich wünsche Thomas weiterhin viel Kraft und Mut, aber auch Gesundheit!

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